Wenn Politische Korrektheit Fremdenhaß schürt

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Es ist ein gefundenes Fressen für die Schweizerische Volkspartei (SVP). Der Zürcher Sicherheitsstadtrat Richard Wolff (Alternative Liste) hat die Stadtpolizei angewiesen, künftig keine Nationalitäten mehr in Medienmeldungen zu nennen. „Indem man die Nationalität nennt, wird suggeriert, damit lasse sich die Tat ein Stück weit erklären. Dies verdecke aber nur, was die eigentlichen Ursachen für kriminelle Handlungen sind“, begründete Wolff seinen Vorstoß.

Diese „eigentlichen Ursachen“ seien viel mehr „Armut, tiefes Bildungsniveau, Stigmatisierung in der Schweiz, Mutproben, mangelnde soziale Kontrolle, Kriegstraumata, Drogenkonsum und andere“. Diese von Linken gerne angeführten Begründungen für die vergleichsweise hohe Kriminalitätsrate bei Einwanderern ignorieren bewußt deutlich wichtigere Aspekte (kulturelle Prägung, Mentalität und wirtschaftliche Situation).

Außerdem geht diese Argumentation von einer animalischen Triebhaftigkeit, ja gar Dummheit der Empfänger aus. Wer glaubt, ein Mob würde losziehen, wenn in den Zeitungen etwa von einem marokkanischen Räuber die Rede sei, weil dadurch automatisch alle Marokkaner in den Verdacht gerieten, Räuber zu sein, der hat kein gutes Bild von seinen Lesern.

Das Grundproblem der Politischen Korrektheit

Der Fall illustriert exemplarisch das Grundproblem dieser verstockten Auffassung Politischer Korrektheit. Wenige Tage nach seiner Ankündigung trat Wolff nämlich im SRF-Regionaljournal auf. Die Moderatorin fragte folgerichtig, warum die Polizei denn das Alter noch nenne? Beispielsweise bei Senioren oder Führerscheinneulingen, die Unfälle bauten?

Wolff antwortete: „Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß das Alter in Zukunft ein Thema wird.“ Dasselbe gilt für das Geschlecht. Klar: Wenn eine Diskriminierung aufgehoben wird, entsteht dadurch meist automatisch eine neue Diskriminierung. Zudem führt diese unspezifische Beschreibung zu einer Verwässerung der Sprache, die am Ende gar nichts mehr ausdrückt, obwohl das ja eigentlich das Ziel von Sprache ist.

Um beim Beispiel zu bleiben: Wenn in Polizeimeldungen weder die Nationalität noch das Alter oder das Geschlecht genannt wird, bleibt den polizeilichen Pressesprechern nicht viel anderes übrig, als beteiligte Personen als „Menschen“ zu bezeichnen. Und auch wenn dadurch alle scheinbaren Diskriminierungen aufgehoben geglaubt sind, werden dann Antispeziesisten kommen und den Begriff „Mensch“ anprangern, der ja auch nur ein Konstrukt und in Wahrheit ein „menschliches Tier“ sei.

„Faktenvertuschung“ gegen kriminelle Ausländer

Die Zürcher SVP kündigte an, im Jänner eine Unterschriftensammlung für eine kantonale Volksinitiative zu lancieren. Die Polizei solle die Nationalität von Tätern und Verdächtigen nennen. „Während die Mehrheit des Schweizer Volkes kriminelle Ausländer ausschaffen will, versucht die Stadt Zürich nun der Ausländerkriminalität mit Faktenvertuschung Herr zu werden.“

Die Maßnahme des Alternativen Wolff sei nichts anderes als Zensurpolitik. Zwar stimmt das nicht ganz, denn Journalisten können nach wie vor bei den Beamten anrufen und nachfragen. Viele Bürger werden die Anordnung aber als Vertuschungsaktion wahrnehmen. Wolffs Intention, ausländische Gruppen vor pauschalisierenden Vorurteilen zu schützen, verkommt ins Gegenteil.

Denn wenn etwas vertuscht wird, steckt etwas Böses dahinter, das nicht ans Tageslicht kommen soll. Am Ende der Assoziationskette des Durchschnittsbürgers, der sich nicht jeden Tag mit Politik, Medien und Kriminalitätsstatistiken beschäftigen kann, steht dann der überwiegend kriminelle Ausländer, der von Linken in Redaktions- und Amtsstuben geschützt wird.

Wolff sollte seine Regelung noch einmal überdenken – oder in die Zürcher Geschichtsbücher als derjenige Linke eingehen, der Fremdenfeindlichkeit Vorschub geleistet hat.

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Bild Richard Wolff: wikimedia.org/Gempenfluh/CC 3.0
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Author: Lukas Steinwandter

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